Deutschland assimiliert sich
„Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Mit diesen Worten bezog neuerdings der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan klar Stellung für alle Minderheiten, die einem starken Assimilationsdruck einer Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt sind. Sofort warf man ihm vor, dass das wohl nicht für die Kurden und Armenier in der Türkei gelte, vergaß dabei allerdings, dass das doch eigentlich keine richtigen Menschen sind und als solche auch keine Menschenrechte einfordern können.
In der Sache jedenfalls hat Erdogan selbstverständlich Recht. Sprichwörter wie jenes „When in Rome, Do As the Romans Do“ verletzen die Menschenwürde. Richtig heißt es heute „When in Rome, claim the Romans hurt your religious feelings and do whatever the fuck you want.“ Dabei haben die Römer in unserem Beispiel die einzigartige Möglichkeit, gewinnbringende Einflüsse und Kenntnisse aus fremden Kulturen aufzunehmen und die eigene Kultur damit zu veredeln. Nun ist Rom vor 1600 Jahren an Überfremdung untergegangen, aber Deutschland hat hier und jetzt die Chance, es besser zu machen!
In Europa hat sich schon desöfteren Interesse an Lösungskonzepten aus der Scharia, dem islamischen Recht gezeigt. So verurteilte Uli Hoeneß den Abgang Michael Ballacks zum FC Chelsea verständlicherweise scharf. Die Idee, den Mittelfeldregisseur wegen Apostasie einfach zu erhängen, nannte Hoeneß „eine Überlegung wert“. Zudem beugt das islamische Strafrecht Wiederholungstaten vor, indem der kriminelle Körperteil einfach mit lebenslänglicher Isolationshaft bestraft (abgeschnitten) wird. Die deutsche Gesellschaft wäre sicherer mit Michel Friedmann ohne Nase, Dieter Bohlen ohne Zunge (hier wäre Prävention schon in den Achtzigern nötig gewesen), die deutsche Abwehr sicherer mit Arne Friedrich ohne Beine. Auch Boris Becker könnte endlich entwaffnet werden.
Doch auch vergleichsweise neuere Strömungen innerhalb des Islams wie der saudi-arabische Wahhabismus winken mit durchaus überlegenswerten Praktiken, die Deutschland kulturell bereichern könnten. Deutsche Versicherungen etwa schwören auf das Autofahrverbot für Frauen. Ein deutscher Versicherungslobbyist ließ dazu verlautbaren, dass damit die Rate von Bagatellunfälle um etwa „102,56% gesenkt werden“ könne. Dazu kommt die arabische Regelung, nach der eine Frau sich nicht ohne einen männlichen Verwandten außer Haus begeben darf. Avantgardistin Eva Herman hat über die Einführung dieses nützlichen Gesetzes schon laut nachgedacht und dabei einen schlagenden Vorteil ausgemacht: „Dann hätte ich immer jemanden dabei, der mir die Einkaufstüten abnehmen kann.“
Es sind vor allem die Frauen, die von importierten Bräuchen und Sitten aus jenem Kulturkreis profitieren würden. Mit den todschicken Kopftüchern, Tschadors und Burkas lassen sich bequem alle erogenen Zonen der Frau vor allzu lüsternen Blicken der Männer verbergen (Brüste, Intimbereich, Bauch, Rücken, Beine, Gesicht, Haare, Hals, Arme, restlicher Körper). Das würde den Fokus stärker auf die nicht-erogenen Körperstellen lenken, die einer Frau ihr persönliches Charakteristikum verleihen (Füße). Doch auch für Männer lohnt sich diese kulturelle Assimilation. Claudia Fatima Roth und Alice Gülle Schwarzer gänzlich verhüllt? Da applaudiert nicht nur Christo.
Doch verweilen wir nicht zu lange bei den Vorzügen der Kinder Mohammeds, als waschechtes Multikultiland kann sich Deutschland Nützliches aus aller Herren Länder zusammensuchen. Lushi Jamutsu, ein deutscher Medienprofi mit japanischem Migrationshintergrund, berät seit einiger Zeit Prominente und wartet dabei mit fernöstlicher Weisheit und Pragmatismus auf. „Wenn eine Kalliele gelettet welden soll, ab ins Dschungelkamp und in Playboy (volhel 4 Wochen keine Intimlasul!). Wenn man in Dschungelkamp nicht gewinnt, bedeutet dass gloßen Gesichtsvellust.“ Mehrere seiner Klienten hat Jamutsu in letzter Konsequenz schon zum Seppuku auffordern müssen. Bei diesem rituellen Selbstmord schlitzt man sich mit einem Schwert den eigenen Bauch auf. „Danach Leben im Eimel, abel Kalliele gelettet“, so das überzeugende Argument Jamutsus. Dirk Bach allerdings wird sich aus anatomischen Gründen auch erschießen dürfen, diese Praktik sieht Jamutsu in der „Glauzone“.
Konkrete Konzepte für eine beste Auswahl weltweiter Eigenarten liegen ebenfalls schon vor. Während sich die Grünen für die totale Überfremdung einsetzen, hat die Linkspartei schon wirtschaftspolitische Entwürfe erarbeitet, um das eigene Wählerpotential aufzustocken. „Wir sind Exportweltmeister und drittgrößte Industriekraft weltweit, das muss sich dringend ändern!“, urteilte jüngst Gregor Gysi. Eine parteiinterne Analyse hat erwartungsgemäß ergeben, dass die Partei hauptsächlich von Pennern, Arbeitslosen und am Wahltag zufälligerweise vollgedröhnten Idioten gewählt wird. Die wirtschaftliche Angleichung an ehemals ostdeutsche, kubanische und nordkoreanische Verhältnisse soll nun die soziale Gerechtigkeit und die Wählergruppen der Linken vergrößern. Gysi gibt sich selbstbewusst: „Die roten Khmer haben in Kambodscha 2 Millionen Leute in 4 Jahren umgebracht – es wär doch gelacht, wenn wir in dieser Zeitspanne nicht mindestens 3-4 schaffen!“
Doch der Kulturaustausch funktioniert selbstverständlich nicht einseitig. Vor allem die jungen afrikanischen Staaten zeigten sich in den letzten fünfzig Jahren immer wieder interessiert an deutschen Lösungskonzepten. Neben dem Umgang mit ethnischen Konflikten fand auch die deutsche Liebe zu Autos (am liebsten Mercedes) Eingang in afrikanische Führungskreise. Doch überstürzen möchte man dort nichts. Erst wenn sich die westliche Technik in langfristigen Tests bewährt habe, wage man sich an andere westliche Erfindungen wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
Es häufen sich Beschwerden afrikanischer Staatslenker, nach denen ihre Mercedes-Limousinen immer häufiger mit Achsenbrüchen auf die maroden Straßen reagieren. Robert Mugabe fragt dazu verärgert: „Was nützt mir die Entwicklungshilfe, wenn damit nur mein Fuhrpark, nicht aber die Straßen entwickelt werden?“ Dazu kommen die schlechten Erfahrungen mit einer bestimmten westlichen Erfindung, der Inflation: „Plötzlich waren die weißen Farmer weg und es gab nichts mehr zu essen, außer für mich.“ Auch andere Beispiele zeigen die Grenzen speziell der deutschen Strahlkraft. In afrikanischen Führungskreisen mehren sich Klagen über die übernommene Waffentechnik. Zu teuer seien die Heckler & Koch-Fabrikate und „zu schwer für unsere Kinder. An Flaks können wir sie ja nicht setzen, bei uns gibt’s doch keine Flugzeuge!“ Dieses deutsche Konzept habe auch erst einmal überholt werden müssen.
Auf der anderen Seite leuchten die Erfolgsmodelle des westlichen Kulturexports: Auch der türkische Premier Erdogan versprach, die Türkei etwas an deutsche Standards anzulehnen, um die Integration seines Landes in die EU zu erleichtern. So sollen Jugendstraftäter und Kinderschänder nicht mehr gemeinsam in 40-Mann Zellen gesperrt, sondern nach deutschen Standards ohne eingehende Prüfung gleich wieder laufen gelassen werden. Dabei möchte der Türke die deutschen Behörden im Eifer noch übertreffen und verspricht: „Die Straftäter werden bei uns noch vor Sonnenuntergang wieder frei sein, damit sie ihren Bus nach Hause noch bekommen.“ Darüber hinaus soll das Heiratsalter in der Türkei auf zwölf Jahre angehoben werden. Um dabei nicht allzu forsch vorzugehen, hat Erdogan allerdings eine milde Übergangszeit von 20 Jahren geplant. So funktioniert Assimilation also doch!
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